Dein Atem als Unterstützung auf dem Weg
Ein bewußter Start in den Mai
Der Mai steht ganz im Zeichen eines bewussteren, gesünderen Lebens. Die Initiative „Rauchfrei im Mai“ vom Bundesministerium für Gesundheit (und dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit) lädt dazu ein, einen Monat lang auf Zigaretten zu verzichten – und vielleicht sogar den Grundstein für ein dauerhaft rauchfreies Leben zu legen.
Ich möchte diesen Anlass nutzen, um meine persönliche Erfahrung mit dir zu teilen.
Meine eigene Geschichte mit dem Rauchen
Auch ich habe früher geraucht. Es war nichts, das meine Identität geprägt hat – eher eine Gewohnheit, die sich unauffällig in meinen Alltag eingeschlichen hatte. Besonders in Pausen gehörte die Zigarette einfach dazu.
Das Buch „Endlich Nichtraucher“ von Allen Carr hat mich damals eine Zeit lang begleitet und mir durchaus Impulse gegeben. Doch die eigentliche Veränderung konnte es nicht für mich übernehmen. Am Ende brauchte es etwas anderes: eine eigene, klare Entscheidung – und den ersten Schritt.
Der Wendepunkt durch Yoga
Der entscheidende Wandel begann für mich im Yogaunterricht – nicht abrupt, sondern in einem schrittweisen, achtsamen Prozess. Mit jeder regelmäßigen Praxis wurde meine Wahrnehmung feiner, insbesondere in Bezug auf meinen Atem. Ich begann, ihn nicht nur oberflächlich, sondern in seiner ganzen Tiefe zu spüren.
Gerade in den Atemübungen (Pranayama) wurde mir zunehmend bewusst, dass mein Atemfluss eingeschränkt war. Ein feines Pfeifen in der Lunge und ein Gefühl von Enge machten sich bemerkbar – deutliche Signale meines Körpers, die ich nicht länger übergehen konnte.
In diesem Moment entstand ein klares Bewusstsein.
Rückblickend erkenne ich darin sehr deutlich die Qualitäten der Niyamas, die meine Praxis – und meinen Weg in ein rauchfreies Leben – getragen haben:
Svadhyaya (Selbststudium) zeigte sich im wiederholten, ehrlichen Beobachten. Immer wieder hinspüren: Wie fühlt sich mein Atem an? Was passiert in meinem Körper? Ohne Bewertung, aber mit Klarheit. Dieses bewusste Wahrnehmen hat mir überhaupt erst ermöglicht zu erkennen, was das Rauchen wirklich mit mir macht.
Saucha (Reinheit) bekam eine ganz neue Bedeutung. Es ging nicht nur um äußere Reinheit, sondern um ein inneres Klären – um den Wunsch, meinem Körper mehr Raum, mehr Frische und Vitalität zurück zu geben. Der Atem wurde dabei zum direkten Ausdruck dieser inneren Reinheit.
Und Tapas (Disziplin) war die stille, tragende Kraft im Hintergrund. Nicht als Zwang, sondern als innere Entschlossenheit. Als echtes Wollen. Immer wieder die Entscheidung zu treffen: für mich, für meine Gesundheit, für einen freieren Atem.
Yoga hat mir so einen neuen Zugang zu mir selbst eröffnet. Ich habe gelernt, die Signale meines Körpers ernst zu nehmen und ihnen zu vertrauen. Mein Atem wurde zu einem verlässlichen Orientierungspunkt – unmittelbar, authentisch und immer im gegenwärtigen Moment.
Der Fokus verlagerte sich dadurch ganz natürlich: weg vom „Ich muss aufhören“ hin zu einem tiefen Wunsch nach Veränderung. Mehr Weite im Brustraum, mehr Energie im Alltag und eine spürbare Verbindung zu mir selbst traten in den Vordergrund.
Der Wandel - neue Gewohnheiten etablieren
Der Ausstieg aus dem Rauchen war kein einmaliges Ereignis, sondern ein Prozess. Yoga hat mir keinen schnellen Ausweg gezeigt – aber einen bewussteren Umgang mit mir selbst ermöglicht. Nach und nach entstanden neue Gewohnheiten:
- innehalten, statt automatisch zur Zigarette zu greifen
- Pausen bewusst gestalten – zum Beispiel eine Runde um den Block gehen oder einfach den Blick in den Himmel richten
- präsent bleiben – im Moment, im Gespräch, bei mir selbst
Diese kleinen Veränderungen haben im Alltag einen großen Unterschied gemacht.
DEIN INDIVIDUELLER WEG
Der Weg in ein rauchfreies Leben ist persönlich – und selten geradlinig. Vielleicht ist „Rauchfrei im Mai“ für dich kein endgültiger Abschied, sondern ein Experiment. Eine Einladung, neugierig zu erforschen, wie es sich ohne Rauchen anfühlt.
Du musst dabei nichts perfekt machen. Vielleicht gelingt dir der erste Schritt sofort, vielleicht braucht es mehrere Anläufe. Vielleicht beginnst du mehr als einmal neu – und genau darin liegt bereits ein wesentlicher Teil des Weges.
Im buddhistischen Verständnis ist jeder Moment eine neue Gelegenheit zu beginnen. Unabhängig davon, was zuvor war. Dieser Gedanke kann entlasten: Du musst nicht „durchhalten um jeden Preis“, sondern darfst dich immer wieder neu ausrichten.
Hilfreich ist dabei vor allem eines: dranzubleiben, neugierig zu bleiben und dir selbst zuzuhören.
Eine einfache Atemübung für deinen Alltag
- Atme ruhig und tief durch die Nase ein und zähle dabei bis fünf.
- Halte den Atem für fünf Sekunden.
- Atme anschließend langsam und vollständig wieder aus – durch den Mund, als würdest du durch einen Strohhalm ausatmen – ebenfalls bis fünf zählend.
- Halte am Ende der Ausatmung erneut für fünf Sekunden inne.
- Wiederhole diesen Rhythmus einige Male.
Diese bewusste Atmung kann dir helfen, innezuhalten, dich zu zentrieren und einen kleinen Abstand zu gewinnen – besonders in Momenten, in denen der Impuls zur Zigarette auftaucht.
Ein möglicher Anfang
Veränderung beginnt oft leise. Nicht mit einem großen Entschluss, sondern mit einem kleinen, bewussten Moment. Mit der Entscheidung, dir selbst zuzuhören.
Yoga kann dabei eine zusätzliche Unterstützung sein – ein Raum, in dem du deinen Atem bewusster wahrnehmen, dich stabilisieren und neue Erfahrungen im eigenen Tempo machen kannst.
Wenn du diesen Weg vertiefen möchtest und dir dabei Begleitung wünschst, bist du herzlich eingeladen, an meinen Yogastunden teilzunehmen. Dort schaffen wir gemeinsam Raum für Atem, Bewusstsein und neue Erfahrungen im eigenen Tempo.
Eine individuelle Yogaklasse "Rauchfrei werden" etabliert sich gerade - wenn du Interesse daran hast, trage dich hier unverbindlich ein. Meine Kurse werden von den gesetzlichen Krankenkassen unterstützt und bei Zustandekommen einer Gruppe sende ich dir gern weitere Informationen zu.
