Cool Down - 3 Tipps bei hohen Temperaturen

Pranayama, Ayurveda, Entspannung

Erfrischung für Körper & Geist. Nicht nur für Yogis

Schwimmende Frau im Bergsee
Sommerliche Erfrischung im See

Gerade erreichen die Temperaturen die 30 Grad Grenze und das bei uns in Deutschland. Ein Ende ist nicht in Sicht. Noch finde ich es herrlich, denn wir haben endlich mal wieder richtig Sommer. So wie ich es mir immer gewünscht habe. Denn viel zu oft hat es in der Vergangenheit an meinem Geburtstag geregnet.

 

Sicherlich ist es für die Natur ein Schock, denn ohne Wasser kein Leben und kein Wachstum. Für uns kann das genauso unangenehm werden, denn zu viel Hitze trocknet aus, das Denken fällt schwer und plötzlich dreht sich alles nur noch darum, wie wir uns bestmöglichst Abkühlung verschaffen.

 

Damit das nicht zur Farce wird und du den Sommer in vollen Zügen genießen kannst, hier meine 3 Top-Tipps für mehr Wohlgefühl, garantiert ohne Schwitzen. Weitere Bilder dazu findest du am Ende des Artikels.

1. Shitali Pranayama

Shitali Pranayama ist eine Atemübung, die den Organismus kühlt. Wenn ich es am Abend zu Hause praktiziere, fragt Jens immer "Bringt das was?" und macht für 5 Atemzüge mit. Dann fragt er wieder... und ich mache einfach weiter und konzentriere mich darauf. Danach genieße ich den Effekt.

 

Yoga ist nicht einfach zu erklären, du musst es erfahren.

Yoga ist zu 99% Praxis und 1% Theorie.

 

So ist es auch mit dieser Atemtechnik. Also probier's doch einfach gleich mal aus:

 

So geht's richtig:

 

BASIC-Variation

  • Öffne leicht den Mund, rolle deine Zunge und strecke die gerollte Zunge durch den Mund heraus. Ziehe die Luft mit einer Einatmung durch die gerollte Zunge ein. Nimm die Zunge zurück, schließe den Mund und atme langsam durch die Nase aus. Wiederhole diesen Vorgang (für etwa 5 Minuten wiederholen)
  • Wenn du die Zunge nicht rollen kannst (das sind 2 von 10 Leuten), dann lege die Spitze der Zunge an die oberen Schneidezähne an die Stelle zwischen Zahnfleisch und Zähne. Atme ein und spüre die Luft an den Seiten der Zunge in den Körper hineinfließen.

Advanced-Version

  • Öffne leicht den Mund, rolle deine Zunge und strecke die gerollte Zunge durch den Mund heraus. Ziehe die Luft mit einer Einatmung durch die gerollte Zunge ein (oder seitlich, siehe oben)
  • Nach der Einatmung nimm die Zunge zurück und schließe den Mund.
  • Halte den Atem während du den Kopf senkst und das Kinn bis etwas zwischen die Schlüsselbeine oberhalb des Brustbeines absenkst. Bleibe hier für etwa 5 Sekunden
  • Atme langsam durch die Nase aus (wie Ujjayi)
  • rolle deine Zunge erneut und ziehe die Luft mit einer Einatmung durch die gerollte Zunge ein während du den Kopf langsam wieder nach oben hebst bis du aufrecht sitzt
  • wiederhole den Zyklus 5 - 10 Minuten lang

 

Am besten funktioniert diese Übung in einem für dich bequemen Sitz (wenn du auf einem Stuhl sitzt, stehen die Füsse hüftweit gerade am Boden, die Knie haben einen Winkel von 90 grad, der Rücken ist aufrecht und gerade, die Kopfkrone zieht sich nach oben ODER in Sukhasana (Schneidersitz) oder Padmasana (Lotossitz) oder Virasana (Schneidersitz). 

 

Aber probiere einfach nach Lust und Laune aus, auch im Liegen.

 

2. Gimmi more: Flüssigkeit. The ayurvedic way

Wasser bedeutet Leben und ist der wichtigste Grundbaustein der Natur. Zwei drittel der Erdoberfläche sind davon bedeckt. 70% unseres Körpers bestehen daraus. Wenn es heiss ist, brauchen wir einfach mehr davon!

 

OK, bei den Temperaturen kann das schon auch mal ein Radler sein, besonders wenn es frisch im Biergarten daherkommt. Allerdings entzieht Alkohol dem Körper wiederum Flüssigkeit und daher solltest du den alkoholfreie Durstlöschern den Vorrang geben. Durch Alkohol erweitern sich außerdem die Blutgefäße, so wie bei Hitze auch. Dieses Doppelpack wirkt sich daher ungünstig auf den Kreislauf aus. Aber wer auf seinen Korper hört, wird schon das Richtige tun.

 

Wasser hat als Durstlöscher in verschiedenen Facetten sogar Genusspotenzial. Bei Hitze mögen es viele gern kalt. Vielleicht sogar mit Eiswürfeln. Dabei sollten wir kurz die ayurvedische Sichtweise betrachten: Denn im Ayurveda (der Wissenschaft vom Leben) wird leider von (eis)kalten Getränken abgeraten, da diese das Verdauungsfeuer schwächen und der Körper daher unnötig viel arbeiten muss. 

 

Also machen wir uns doch einfach die natürlich kühlende Wirkung von Minze, Joghurt oder Früchten zu Nutze. Für beispielsweise diese 3 Lieblinge:

 

Pures Leitungswasser

Zum Glück ist das Münchner Leitungswasser von hervorragender Qualität und wir brauchen keine Kisten schleppen. Eine Karaffe Wasser mit einem Zweig frischer Bio-Minze und einer Scheibe Bio-Zitrone steht bei uns immer auf dem Tisch. Das schaut dekorativ aus und schmeckt allen zu jeder Tageszeit. 

 

The Milky Way

Lassi kennt man vor allem als süßes Mangolassi. Probier doch ganz neu auch mal ein Pfefferminzlassi aus (Grundrezept: 1 Teil Bio-Natur-Joghurt mit 3-4 Teilen Wasser verquirlen). Dazu pro Glas 3 frische Minzbätter sehr klein gerupft oder geschnitten dazugeben. Oh fresh!

 

Übrigens finde ich auch Zitronenmelisse und Basilikum sehr interessant!

 

Freches Fruchtgemüse

Im Sommer ist die Wassermelone bei uns der absolute Renner. Man kann sie so als Snack genießen oder als Salat mit Feta- oder Ziegenkäse und frischer (Achtung, schonwieder!) Minze.

 

Aber auch mit allen anderen Früchten lassen sich wunderbar erfrischende Smoothies zubereiten. Mal mit einem Blatt Wirsing, Babyspinat oder einer Stange Sellerie. Lass hierbei deiner Phantasie freien Lauf und friere deine Lieblings Kombi einfach portionsweise ein. So musst du nicht jeden Tag neu schnippeln und hast immer gleich alles parat. Das spart Zeit, wenn’s mal schnell gehen muss und du gibst deinem Körper wichtige Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Simsalabim: ganz nebenbei tust du was für deinen Flüssigkeitshaushalt.

3. Die beste Übung der Welt: Entspannt

Ganz ehrlich: Yoga ist zwar gut und schön, aber manchmal haben wir einfach keine Lust, auf einem Bein zu balancieren, im Krieger zu stehen bis die Schenkel brennen oder in Vorbeugen zu verweilen. Vor allem bei hohen Temperaturen. Das stresst nur und eventuell bricht dir schon beim Gedanken daran der Schweiß aus. Kennst du das?

 

Dafür gibt es eine perfekte Lösung und diese heißt “Viparita Karani”. Die Amerikaner nennen es einfach so wie es ist: "Legs-up-the-wall-pose". Einige Minuten darin verweilen und nichts tun. Danach fühlst du dich wunderbar entspannt und erfrischt, wie neu geboren.

 

Viparita Karani ist ein absoluter Megastar und kann von jedem, überall und vor allem bei hohen Temperaturen ganz einfach praktiziert werden. Es ist ja auch nichts Neues, dass es guttut, mal die Füße hochzulegen. Doch besonders nach einem langen stressigen Tag ist diese Übung ein wahrer Jungbrunnen. Vor allem lehrt sie uns, dass wir für positive Ergebnisse nicht unbedingt hart arbeiten müssen. Manchmal ist es eben total gut, weniger zu tun.


Die Vorteile liegen auf der Hand:

  1. Wir nutzen die Schwerkraft und können alle Vorteile von Umkehrhaltung ohne großen Aufwand genießen
  2. Die Arbeiten der Lymphknoten in den Beinen  werden unterstützt und stagnierendes oder festsitzendes Wasser kann besser abtransportiert werden 
  3. Spannung von Füssen, Beinen und Hüften kann abgeleitet werden
  4. Der untere Rücken wird entspannt
  5. Die Haltung wirkt insgesamt Blutdruck regulierend
  6. Das Nervensystem kann entspannen
  7. Heilung und Regeneration kann beginnen
  8. Du übst dich in Empfänglichkeit


Diese Haltung schafft insgesamt eine angenehme Balance.

 

So geht’s:

  1. Nimm dir eine gefaltete Baumwolldecke und leg sie an die Wand
  2. Komm nun in die Rückenlage, das Kreuzbein liegt auf der Decke und die Beine befinden sich senkrecht an der Wand
  3. Die Arme liegen neben dem Körper oder seitlich in T-Form oder du greifst die Ellbogen 
  4. Konzentriere dich dabei auf die Atmung 
  5. Bleibe hier für 5-10 Minuten & genieße deine Praxis 

Zu guter Letzt

Im Yoga üben wir uns permanent darin, Veränderung anzunehmen und zu schauen, wie wir mit diesen Veränderungen bestmöglich umgehen. Also flexibel bleiben. So kann es helfen, all unsere Aktivitäten dem Wetter anzupassen.

 

Die große Tugend Zufriedenheit hilft uns, auch neuen Situationen gegenüber offen zu bleiben. Im Yoga sagen wir dazu Santoscha. Eines der Niyamas nach Patanjalis Yogasutra (darüber schreibe ich im nächsten BLOG Artikel). Denn die meisten von uns sind ein Leben lang auf der Suche nach Zufriedenheit, Ruhe und Gelassenheit. Es geht darum, einen wohltuenden Rhythmus zu finden. Vielleicht einmal weniger über Dinge schimpfen, die wir eh nicht ändern können, sondern sie gelassen hinnehmen.

 

Bei mir gehören jedenfalls im Sommer auf jeden Fall auch noch Himbeereis dazu & ein Badesee. Eine Siesta in der Mittagszeit. Eine Pause im Schatten eines Baumes. Barfuß rumlaufen und am Ende des Tages eine Fußmassage :-)

 

Wie verbringst du den Sommer, was gehört bei dir dazu? Was ist deine Lieblingsübung bei hohen Temperaturen? Schreib mir, ich freue mich über eine regen Austausch. Namasté - deine Katja

Du hast Fragen, Anmerkungen oder möchtest mehr wissen? Schreib mir!

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