Vinyasa Yoga

Was ist eigentlich Vinyasa Yoga genau?

Krieger 2, Trikonasana, Reverse Warrior
Variationen im Vinyasa Yoga

Viele Schüler fragen mich, was ich unterrichte & warum. Wenn ich antworte "Vinyasa Yoga", dann sagen die meisten, daß es ihnen doch sonst immer zu schnell ist und sie gar nicht mitkommen. Vinyasa Yoga heißt jedoch nicht, die Schüler eilig durch die Yogastunde zu führen.

 

Vinyasa Yoga heißt, die Übungen (Asanas) in einer sinnvoll abgestimmten Art und Weise miteinander zu verbinden, ohne die Haltungen ausschließlich statisch einzunehmen. Die Haltungen verändern sich und werden in einer besonderen Weise angeordnet und variiert. Es gibt keinen Stillstand, denn bereits jeder einzelne Atemzug ist schon eine kleine Bewegung. Vinyasa Yoga ist das Verbinden von Körperbewegung und Atmung.

 

Das ist für mich der Link zum Alltag. Denn hier ist das ganz genauso. Unser Leben ist geprägt von ständiger Veränderung: Wohnorte wechseln, Arbeitsplatzmodelle wandeln sich, Beziehungen zu Menschen verändern sich. Es gibt nichts, was wir festhalten können. Alles kommt und geht: Freude, Leid, Sorgen, Hoffnungen, Ängste, Glück, Gesundheit und Krankheit. So ist der Verlauf - der Fluss - des Lebens.

 

 

Wenn wir eine Haltung einnehmen, ist das ein Prozess in 3 Schritten: zuerst entsteht ein Asana, dann wird gehalten und zum Abschluss wird wieder aufgelöst. Während des Verlaufs können wir erleben, was wir in dem Moment fühlen, was wir dabei denken, wie es uns dabei geht. Tauchen Erwartungen auf, begleiten uns Erfahrungen oder sind wir offen für das was passiert? Wir sind konzentriert bei der Sache und in der Gegenwart angekommen.

 

Nichts anderes passiert im Alltag. Wir erleben den Moment, eine Unterhaltung, einen Tag. Wir erleben uns in Beziehungen. Meinungen können sich verändern. Alles ist Vinyasa. Alles ist in Bewegung. Das Auflösen eines Moments ist die Entstehung eines Neuen. Löst sich eine Beziehung auf, kann eine neue Einheit entstehen. Machen wir Erfahrungen, werden diese durch neue Erlebnisse überlagert.

 

Indem wir uns in der Yoga-Praxis ein Ziel oder eine Intention setzen und die notwendigen Schritte gehen, um dies tatsächlich zu erreichen (regelmäßige Praxis!), können wir die Fähigkeit entwickeln, auch im Alltag Projekte erfolgreich umzusetzen oder Beziehungen positiv zu gestalten. Wir können kraftvoll, dynamisch, herausfordernd aber auch sanft, behutsam und stärkend üben. Wie wir unseren Körper ausrichten - nachlässig oder achtsam, streng oder liebevoll - spiegelt unser Handeln und Tun im Alltag. Im Yoga üben wir uns in Achtsamkeit, Freundlichkeit und Mitgefühl mit uns selbst.

 

So wie sich das Leben wandelt, so verändert sich auch unsere Praxis. Yoga unterstützt uns in den alltäglichen Veränderungen und begünstigt ein harmonisches & ausgewogenes Leben. Alles im Fluss.

Du hast Fragen, Anmerkungen oder möchtest mehr wissen? Schreib mir!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0